Lettres à Yves

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„Lettres à Yves“ von Pierre Bergé

„Comme le matin de Paris était jeune et beau la fois où nous nous sommes rencontrés ! Tu menais ton premier combat. Ce jour-là, tu as rencontré la gloire et, depuis, elle et toi ne vous êtes plus quittés. Comment aurais-je pu imaginer que cinquante années plus tard nous serions là, face à face, et que je m’adresserais à toi pour un dernier adieu ?“

Pierre Bergé und Yves Saint Laurent teilten ihre Leben 5o Jahre bis zum Tod Yves am 1. Juni 2008. Es war eine tiefe, alles überwindende Liebe, die die beiden verband. Sie bauten gemeinsam das Modeimperium YSL auf, bereisten die Welt, lebten an verschiedensten Orten und wurden Eigentümer einer der bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Auch in den dunkelsten, schwersten Zeiten blieben sie eng verbunden und waren sich gegenseitig die wichtigsten Vertrauten. Yves Saint Laurent hatte Zeit seines Lebens schwere Depressionen, litt über Jahre an Alkohol- und Drogensucht und verbrachte die letzten Jahre seines Lebens in nahezu kompletter sozialer Isolation.

Die beiden verband eine herausragende Liebe zur Kunst. Sie sammelten über die Jahrzehnte hunderte Kunstgegenstände und Gemälde aus allen Stilepochen in höchster Qualität. Nach Yves Tod ließ Pierre Bergé die Sammlung im Pariser Grand Palais versteigert. Der Rekorderlös von 373 Mio Euro kam zwei verschiedenen Stiftungen zugute.

Zurück zu „Lettres à Yves“ – ich habe dieses kleine Büchlein im Buchladen des einzigartigen „Jardin Majorelle“ in Marrakech entdeckt und mich, da mein Französisch leider nicht gut genug ist, für die englische Version entschieden. Pierre Bergé schrieb diese Briefe an Yves Saint Laurents nach dessen Tod. Der erste Brief war vielmehr die Abschiedsrede, die er in der Église Saint-Roch am Tag von Laurents Beerdigung hielt. 6 Monate später, im Dezember, entschloss sich Bergé den einseitigen Dialog mit der verstorbenen Liebe seines Lebens fortzusetzen.

„Seal our destiny“. What a strang expression, meaning we affixed a seal to it. The truth is much simpler: we loved each other, we tried to unite our two beings, and oh, what a surprise, it worked for fifty years. Sometimes we stumpled, or tripped (…) but fifty years later we were still here and hadn’t left one another. Mave that’s l’amour fou. Two people madly in love.“

Bergé betrachtet in seinen Briefen die Höhen und Tiefen ihres gemeinsamen Lebens, schildert einzelne Episoden die sich in seine Erinnerung eingegraben haben. Vorkommnisse, die ihn besonders berührt, aber auch verletzt haben. Ehrlich und zugleich stets liebe- und respektvoll. Man spürt das tiefe Verständnis, das er zeitlebens für seinen Partner und dessen Kunst hatte.

„Creativity is, first of all, a struggle against oneself, then against everything und everyone. A constant struggle.“

Mich haben diese Briefe sehr bewegt und berührt – sie lassen die Liebe dieser beiden Männer spüren, die allen Widrigkeiten zum Trotz über ein halbes Jahrhundert und sogar über den Tod hinaus Bestand hatte.

„We’re not leaving each other, and whatever happens, I’ll never stop loving you or thinking about you. For fifty years you took me an a marvellous adventure, a dream filled with the wildest images, where reality didn’t matter much. (…) Today the performance is over, the lights have dimmed, the circus tent has been dimantled , and I remain alone with my memories. Night has fallen; in the distance I can hear music playing, but I don’t have the strength to follow it.“

Pierre Bergé

„Letters to Yves“, Éditions Jardin Majorelle

translated by José Abete

 

(Werbung/unbezahlt)

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