Alkohol und eine tote, gefrorene Maus im Handschuhfach

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… zwei feste Bestandteile im Leben Eileens. Und viel rosiger ist der Rest auch nicht. Unsichtbar, voller Selbsthass, den Kopf angefüllt mit unterdrückten Aggressionen und abstrusen erotischen Phantasien – so beschreibt die inzwischen 70-jährige Protagonistin Eileen rückblickend ihr 24-jähriges Ich. Trostlos ist das Leben 1964 in der amerikanische Kleinstadt an der Ostküste, im Roman schlicht X-Ville genannt, trostlos ist Eileens Leben, deren gleichförmigen Tage sinnlos dahinsiechen zwischen dem örtlichen Jugendgefängnis, wo sie als Sekretärin arbeitet, und einem zugemüllten Einfamilienhaus, in dem sie mit ihrem Vater, einem pensionierter Cop und paranoidem Alkoholiker, haust.

Mit Leben gefüllte Leerstellen

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„Wie alle Bücher ist auch das vorliegende Buch von dem Begehren angetrieben, etwas überleben zu lassen, Vergangenes zu vergegenwärtigen, Vergessenes zu beschwören, Verstummtes zu Wort kommen zu lassen und Versäumtes zu betrauern. Nichts kann im Schreiben zurückgeholt, aber alles erfahrbar werden. So handelt dieser Band gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und lässt erahnen, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt.“

Weggehen um anzukommen

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„Das Leuchten in mir“ von Grégoire Delacourt

„Ich glaube, dass man wegen einer kleinen inneren Leere in die Liebe stolpert. Wegen eines kaum wahrnehmbaren Freiraums. Eines nie befriedigten Hungers.“

Darling, oh Darling

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„Mein Ein und Alles“ von Gabriel Tallent

„Ihr Hals ist gegen das Kissen gedrückt, mit papiernen, nassen Blättern gefüllt, als wäre sie eine kalte Sickerstelle im Herbst und das winterliche Wasser würde durch sie beide hindurchsickern, nach Pfeffer und Kiefernnadeln schmecken, Eichenblätter und der grüne Geschmack von Wiesengras. Er hält ihren Körper für etwas, das er versteht, und hinterhältigerweise ist er das auch.“

Sex und Lügen – Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt

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Wenn das Streben nach sexueller Freiheit auf Doppelmoral trifft

August 2016, Casablanca: der verheiratete siebenfache Familienvater Omar Benhamad und die verwitwete sechsfache Mutter Fatima Najjar werden von einer Polizeistreife in einem am Strand geparkten Auto in flagranti beim Ehebruch erwischt. Und das in einem Land, in dem „jede verheiratete Person, die des Ehebruchs überführt wird“ zwei Jahre Gefängnis riskiert. Das wirklich Delikate daran: der Professor für religiöse Studien und die Predigerin gelten als religiöse und moralische Instanzen in Marokko. Beide vertreten ultrakonservative Auffassungen – so erklärte Benhamad den Austausch von Liebesbekundungen auf Facebook zur Sünde, Najjar setzte schon das Lächeln einer Frau auf offener Straße mit „dem Geschlechtsakt“ gleich.

Die polyglotten Liebhaber

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„Die polyglotten Liebhaber“ von Lina Wolff

„Merkt man, dass etwas faul ist, muss man seine Hand auf der Stelle zurückziehen, sonst steckt man sich an und fault ebenfalls, und dann ist alles gelaufen. Aber ich blieb.“

Asymmetry

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„Asymmetry“ von Lisa Halliday

„Are you game?“

She looked at him.

He looked at her.

Alice laughed.

„Are you game?“ he repeated.

Turning back to her cone: „Well, no reason not to be, I guess.“

Die Gesichter

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„Die Gesichter“ von Tom Rachman

„In jungen Jahren fand Pinch, menschliche Beziehungen seien ein Behelf für jene, die keine Kunst schaffen können. Heute sieht er in der Kunst einen Behelf für jene, die zu Beziehungen unfähig sind.“

Ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen Vater und Sohn, zwischen Künstler und Familie steht im Mittelpunkt des neuen Romans von Tom Rachman.

Farben der Nacht

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„Er steht und schaut. Hinunter auf ihn. Steht reglos, ebenso reglos, wie der daliegt, auf den er hinunterschaut.“ – „Also, soll er nur stehen und schauen.“ Mit diesen Sätzen beginnt und endet der Roman von Davit Gabunia. Zwischen ihnen eine fein gewobene Geschichte über die Suche nach dem Lebensglück. Eine Geschichte voller Zwischentöne, die so viel mehr erzählt, als es auf den ersten Blick scheint.

4 Fragen an Christian Dittloff

Debütroman, Deutschsprachige Literatur, Im Gespräch, Lieblingsbücher

Christian Dittloff, über dessen Buch „Das Weiße Schloss“ ich in meinem vorherigen Blogeintrag geschrieben habe, ist nicht nur ein fantastischer, sondern auch ein super netter und unkomplizierter Autor, der sich sofort bereit erklärt hat, mir einige Fragen zu seinem Buch zu benantworten.