Acht Bissen müssen genügen

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„GEIST“: Eine Prostituierte wird ermordet. Sie ist zu müde, um zum Geist zu werden.

„WUT“: Eine Prostituierte wird ermordet. Sie ist zu wütend, um zum Geist zu werden.

„REIN“: Eine Prosituierte wird ermordet. Sie ist zu traurig, um zum Geist zu werden.

Wer küsst hier wen?

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„Komisch, dachte er, sie wirkte reizend, wie aus der Zeit gefallen, es hätte ihn nicht gewundert, wenn sie sich in einem alten Musicalfilm wiedergefunden hätten, irgendwo in Paris oder London, und er hätte sich in einen Maler verwandelt und sie sich in eine Ballerina. Ich bin nicht krank, überfiel es ihn jäh, ich bin verliebt.“ (Yann)

Ein liebendes, treues Tier

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“They fuck you up, your mum and dad.
They may not mean to, but they do.
They fill you with the faults they had
and add some extras, just for you.”
(Philip Larkin)

Alkohol und eine tote, gefrorene Maus im Handschuhfach

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… zwei feste Bestandteile im Leben Eileens. Und viel rosiger ist der Rest auch nicht. Unsichtbar, voller Selbsthass, den Kopf angefüllt mit unterdrückten Aggressionen und abstrusen erotischen Phantasien – so beschreibt die inzwischen 70-jährige Protagonistin Eileen rückblickend ihr 24-jähriges Ich. Trostlos ist das Leben 1964 in der amerikanische Kleinstadt an der Ostküste, im Roman schlicht X-Ville genannt, trostlos ist Eileens Leben, deren gleichförmigen Tage sinnlos dahinsiechen zwischen dem örtlichen Jugendgefängnis, wo sie als Sekretärin arbeitet, und einem zugemüllten Einfamilienhaus, in dem sie mit ihrem Vater, einem pensionierter Cop und paranoidem Alkoholiker, haust.

Mit Leben gefüllte Leerstellen

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„Wie alle Bücher ist auch das vorliegende Buch von dem Begehren angetrieben, etwas überleben zu lassen, Vergangenes zu vergegenwärtigen, Vergessenes zu beschwören, Verstummtes zu Wort kommen zu lassen und Versäumtes zu betrauern. Nichts kann im Schreiben zurückgeholt, aber alles erfahrbar werden. So handelt dieser Band gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und lässt erahnen, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt.“

Brennender Whiskey fürs Herz

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Ein Segelschiff im Hafen Sansibars, Ostafrika, 1851: Der abgewrackte Trinker McGlue wird stockbesoffen an Bord geschleppt, unter Deck gebracht und in eine finstere Koje gesperrt. „Tief unten im Bauch des schwankenden Schiffs treibe ich irgendwohin.“

Mein Pochendes Leben

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„Schaut mein Vater mich an, sieht er sich als Achtzigjährigen. Schaue ich ihn an, sehe ich mich als Zweiunddreißigjährigen,

ein Alter, das ich nie erreichen werde.

Die Zukunft, die nicht sein wird, und die Vergangenheit, die niemals war,

blicken einander an und fragen sich:

Ist sechzehn das richtige Alter, um Eltern eines Kindes zu werden?

Ist zweiunddreißig das richtige Alter, um dieses Kind zu verlieren.

(…)

Dies ist die Geschichte von sehr jungen Eltern und ihrem sehr alten Kind.“

Sex und Lügen – Gespräche mit Frauen aus der islamischen Welt

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Wenn das Streben nach sexueller Freiheit auf Doppelmoral trifft

August 2016, Casablanca: der verheiratete siebenfache Familienvater Omar Benhamad und die verwitwete sechsfache Mutter Fatima Najjar werden von einer Polizeistreife in einem am Strand geparkten Auto in flagranti beim Ehebruch erwischt. Und das in einem Land, in dem „jede verheiratete Person, die des Ehebruchs überführt wird“ zwei Jahre Gefängnis riskiert. Das wirklich Delikate daran: der Professor für religiöse Studien und die Predigerin gelten als religiöse und moralische Instanzen in Marokko. Beide vertreten ultrakonservative Auffassungen – so erklärte Benhamad den Austausch von Liebesbekundungen auf Facebook zur Sünde, Najjar setzte schon das Lächeln einer Frau auf offener Straße mit „dem Geschlechtsakt“ gleich.

Besser

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„Besser“ von Doris Knecht

„Ich werde nicht kommen heute, ich weiß es jetzt schon. Zu nervös. Zu nüchtern. Zu viele Sachen im Kopf. (…) Er fickt mich,drückt mit seinen Händen meine Handgelenke auf die Matratze, sein langer, knochiger Körper bewegt sich auf mir, er stöhnt laut und ich mache die vorgesehen Geräusche, während ich an die fertigen Vorspeise im Kühlschrankdenke, an die gestern bereits zubereitete Entenleber-Pâté, an die Ziegenkäse-Tartes.“

Idaho

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„Idaho“ von Emily Ruskovich

„Wie könnte ein solcher Riss jemals heilen; ein Riss, der sich durch die Zeit, die Erde und durch Herzen zieht und an jenem Augusttag entstand, als alles aus den Fugen ging und in Stücke brach, binnen Sekunden unwiederbringlich verloren?“